WTI-Frankfurt digital GmbH

Von „Alten Hasen“ und neuer Technik oder: Totgesagte leben länger

Eine persönliche Betrachtung einer jahrelangen Firmenzugehörigkeit

Ein offener Brief der Mitarbeiter der WTI AG

 

Wir, die ehemaligen Mitarbeiter der WTI-Frankfurt-digital GmbH und nun Beschäftigte der WTI AG Schweiz, schauen auf bewegte WTI-Zeiten zurück, die schon immer von Turbulenzen und Gegenwind gezeichnet waren.

Als Jan Halstenbach sich als neuer Inhaber zusammen mit seinem Vater Peter Halstenbach als Berater bei uns nach der „feindlichen“ Übernahme Ende 2019 vorstellte, wollte fast niemand daran glauben, dass dies tatsächlich der Beginn einer neuen WTI-Ära sein konnte.

Zu unübersichtlich waren die Gerüchte, die Gegenwehr eines Teils der alten Geschäftsführung und angstschürende -zum Glück sich als Unwahrheit herausstellenden- Prognosen bezüglich des Umgangs mit der WTI und ihren Beschäftigten. Aus heutiger Sicht waren dies wohl Äußerungen von Menschen, leider auch intern sowie extern, die sich vor Emanzipation und Entwicklung fürchteten.

Eine Weiterführung des Unternehmens durch diese neue Geschäftsleitung konnte für die gesamte Belegschaft - immerhin ca. 30 Arbeitsplätze - trotz Kurzarbeit wegen der o.g. Gründe, verschärft durch die Corona-Krise, für zwei weitere Jahre gesichert werden.  

Der Stand des Unternehmens und die Erwartungen an die einzelnen Arbeitnehmer wurden im Gegensatz zur alten Geschäftsführung jedem kommuniziert und es war aus unserer, der Mitarbeiter-Sicht, klar einschätzbar, dass seitens der neuen Geschäftsführung großes Interesse am Erhalt aller Arbeitsplätze und damit am Wissen über „unser“ Unternehmen, aber vor allem Interesse an der Langlebigkeit der Produkte bestand. Ebenso klar war aber auch, dass aufgrund von Corona und einer veralteten Firmenstruktur sowie nicht mehr wartbarer Technik das Unternehmen von Grund auf neu strukturiert werden musste. Ein ‚Weiter-so‘ war – wohl für die meisten Kolleginnen und Kollegen ersichtlich - nicht länger machbar.

Leider waren die Bedingungen erst einmal gegen die WTI. Trotz diverser Anstrengungen der neuen Geschäftsleitung und auch von uns, den Mitarbeitern, die wir erneut wie schon so häufig davor persönliche Einschnitte und Einschränkungen hinnehmen mussten, um die Firma am Leben zu halten, musste Ende des vorangegangenen Jahres 2021 Insolvenz angemeldet werden.

Durch eine vorangegangene Kooperation der Firma WTI AG von Herrn Peter Halstenbach, in der der Fokus bereits auf der Entwicklung eines neuen Produktionssystems lag, konnte diese die Weiterführung der Datenbanken innerhalb kürzester Zeit übernehmen und die Kundenverträge kulanterweise erfüllen.

Jetzt, Ende Juni 2022, blicken wir, insgesamt immerhin noch 10 Beschäftigte aus der „alten“ WTI, bereits auf ein Quartal in der „neuen“ WTI zurück.

Für uns alle war eine Weiterbeschäftigung in der WTI AG attraktiv, weil wir Kolleginnen und Kollegen und unseren Einsatz für unser Unternehmen gegenseitig schätzen und wir uns durch die beherzten, jahrelangen Anstrengungen, die Firma am Leben zu halten, gegenseitig auch persönlich sehr nahegekommen sind. Natürlich bedauern wir es alle, dass nicht alle Beschäftigten der WTI-Frankfurt-digital GmbH übernommen werden konnten; allerdings sind wir dankbar, dass immerhin für ein gutes Drittel von uns eine Perspektive besteht. Im Gegensatz zu unserer Tätigkeit in der eG (der späteren GmbH) haben wir die letzten Monate tatsächlich ohne Hierarchien und durch viel Ideenaustausch zusammenarbeiten können und dabei Produkte entwickelt und angedacht, die wir für zukunftsfähig halten. Für uns gibt es in der AG nur ein ‚Wir‘, das uns alle, die Beschäftigten und die Geschäftsführung, umfasst. Diese Art der Zusammenarbeit entwickelt sich zunehmend als sehr, sehr ergebnisreich und kreativ und wird massiv von der neuen Geschäftsleitung, den Herren Halstenbach und Steinberger, gefördert und unterstützt. Entscheidungen werden zügig getroffen und die Investition in neue Technologien ist selbstverständlich.

Dieses Gefühl hatten die meisten in den letzten Jahren unter der alten Geschäftsführung nicht. Im Gegenteil: es hatte sich, noch vor dem Wechsel der Geschäftsführung 2019, schon länger das Gefühl aufgebaut, im und für das Unternehmen keine Zukunft zu sehen.  

Leider hat es zumindest ein Teil der alten Geschäftsleitung versäumt, das Wissen, welches die WTI von jeher sammelt und welches Trends und Entwicklungen sichtbar macht, selbst zu beachten.

Wir sind sehr froh, nun in einem Unternehmen beschäftigt zu sein, das innovativ ist, seine Beschäftigten schätzt und dies auch kommuniziert. Mit der TEMA® sowie unseren anderen Datenbanken CEABA, DKFL, ESTEC, POLY und StahlLit und der Weiterentwicklung unseres Produktionssystems mit KI einerseits und mit unserem einmaligen Thesaurus anderseits haben wir nach wie vor das Gefühl, mit unserer Arbeit, die endlich wieder wertgeschätzt wird, einen unschätzbaren Beitrag für die Wissenschaft und die Informationsbranche zu leisten.

Wir, die „alten WTI-Hasen“, freuen uns auf viele weitere Jahre in „unserem“ kleinen und sehr feinen Unternehmen und hoffen, dass die bisherigen Nutzer der WTI dies ebenfalls wertschätzen und weiterhin aktiv die Zusammenarbeit mit der WTI AG suchen.